Wohlwollen, Vertrauen und Entlastung

Liebe Leserin, lieber Leser

Ein Perspektivenwechsel ist heilsam. Das gilt nicht nur für die Politik, sondern auch für das tägliche Leben. Eine freiwillig Mitarbeitende hat mir ihre Erfahrungen eines solchen Perspektivenwechsels nach ihrem Sturz und anschliessendem Spitalaufenthalt erzählt. Zu erleben, wie es ist, Patient und bedürftig zu sein, hilft zu spüren, worauf es in der Begleitung verletzter oder kranker Menschen wirklich ankommt: zuhören, verstehen, helfen, unterstützen und trösten. Zu jedem Genesungsprozess und zu jeder Begleitung in der letzten Lebenszeit gehören diese Schritte dazu. Oft erleben wir „nur" noch das Helfen, ohne dessen Wert schmälern zu wollen. Doch: Was ist das Ziel unserer Hilfe? Wie kann sie im Sinne des Patienten sein, wenn wir nicht vorgängig zuhören und verstehen? Das braucht Zeit, Lebenszeit. Wir können sie uns weder nehmen noch sie ausdehnen: Sie ist einfach da. Wie nutzen wir sie? Wie würde unser Gesundheitssystem aussehen, wenn wir mehr zuhören und verstehen würden? Es gibt immer wieder ganz wunderbare Erzählungen unserer Patienten aus den Akutspitälern, von sehr aufmerksamen und hilfsbereiten Pflegenden, von zugewandten Ärzten und helfenden Händen aus allen Berufen. Doch es gibt auch die anderen Geschichten des Nicht-gehört-Werdens, des Gefühls, herumgereicht zu werden, ohne dass jemand die gefundenen Gründe für eine Krankheit zusammenführen würde. Wenn dann die Kommunikation auch noch fehlt und der Computer im Patientenzimmer wichtiger als der Mensch wird, sind wir definitiv auf dem falschen Weg.

In den Schweizer Hospizen versorgen und begleiten wir Menschen umfassend, setzen zusammen, was bruchstückhaft war und geben dem Patienten so wieder das Gefühl, ganz zu sein. Das ist nicht nur eine wichtige Arbeit für jeden einzelnen Patienten; es ist auch eine Stütze für uns als Gesellschaft, indem wir erfahren, dass wir gesehen und respektiert werden. Es ist wichtig, dass es Orte und Institutionen gibt, in denen diese Werte gelebt werden, sei es in Spitälern, Pflegeheimen oder Hospizen.

Und genau hier spreche ich wieder von dem, was uns umtreibt: Die Schweizer Hospize sind nicht richtig finanziert. Sie brauchen Spenden, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Gerade der Kanton Luzern tut sich sehr schwer damit, in absehbarer Zeit eine Lösung für die Finanzierung der Spezialisierten Palliative Care des Hospizes zu finden und vertröstet uns seit dem Frühjahr 2025 auf Gespräche im Januar 2026 ...

Wir werden aber weiterhin zuhören, verstehen, helfen, unterstützen und trösten, denn mit Ihrer Spende können wir das! Ich danke Ihnen im Namen aller unserer Patienten und Mitarbeitenden für diese grossartige Solidarität, Hilfe und Wertschätzung!

Mit herzlichen, herbstlichen Grüssen

Herzlich, Sibylle Jean-Petit-Matile

Download MUT September 2025

 

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Die Artikel in der neuen Ausgabe von «MUT» dem Magazin der Stiftung Hospiz Zentralschweiz:

Editorial

Seitenwechsel
Judith Arnold: Ankommen in einer anderen Welt

Katzengeschichten

Persönlich
Margrit Scherrer: Den Sterbeprozess so bewusst wie möglich erleben

Stiftungsrat
Marlen Schärer und Karl Huwyler: Wenn die Kirche mitträgt

Spendengeschichten

Buchtipp
Gian Domenico Borasio: Über das Sterben

Portrait
Mirjam Fuchs: Das Heilsame am Wegesrand

Gönnerverein
Ein starker Verein für ein stilles Thema

Veranstaltungen

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Unser Geschenk-Tipp

Lassen Sie niemanden im Regen stehen!

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