«Das ganze leben»

... ist der Wahlspruch, der unser Logo begleitet und der sich, je nach Lesart, anders verstehen lässt. Wir wollen Mut machen, «das Ganze (Leben zu) leben». Denn wir sind der Überzeugung, dass auch der letzte Abschnitt des Lebens zum Menschsein gehört und eine Persönlichkeit weiter reifen lässt. Viele Ehrenamtliche mit Erfahrung bestätigen diesen Effekt: Hospizarbeit ist Lebensschule für alle Beteiligten. Wer hier einbezogen ist, Begleiter wie auch Angehörige, lernt Abschiede zu verarbeiten und das eigene Leben intensiver und bewusster zu leben.

     Der Satz spiegelt gleichzeitig die Breite des geplanten Angebots wider: Im Hospiz Zentralschweiz soll «das ganze Leben» Platz haben, Freude ebenso wie Trauer, die auch der Sterbende zu bewältigen hat; Zorn, Hilflosigkeit und Angst. Wir wollen dem etwas entgegensetzen: Sicherheit, Geborgenheit, Gehörtwerden, medizinisch-pflegerische wie auch seelisch-existenzielle Begleitung und Unterstützung, für den Bewohner wie auch seine Angehörigen. Alles, was für diesen Menschen dazu gehört, dass er sich heimisch und getragen fühlt – bis zu seinem treuen Begleiter auf vier Pfoten – soll in diesem Haus Platz haben.

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Die Entstehungsgeschichte

Im Februar 2014 wurde in Luzern der Verein Entwicklung Hospiz Zentralschweiz gegründet mit dem Ziel, das erste Hospiz in dieser Region zu verwirklichen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten verschiedene Akteure der Zentralschweiz, die von seiner Notwendigkeit überzeugt waren und denen eine baldige Realisierung am Herzen lag: aus Zug Peter Frigo, Präsident des Vereins Palliativ Zug, und die Leiterin der Geschäftsstelle, Birgit Hermes, die Meggener Ärztin Dr. med. Sibylle Jean-Petit-Matile sowie eine Gruppe von Privatpersonen rund um den Projektfachmann Hans Peter Stutz.

Sibylle Jean-Petit-Matile als Präsidentin und Hans Peter Stutz als Projektleiter nahmen zusammen mit dem Vorstand und anderen Ehrenamtlichen die Arbeit auf. Das Entwickeln des Projektes mit allen nötigen Aufbauarbeiten für das Hospiz Zentralschweiz als „Sozialmedizinische Institution mit Palliative-Care-Auftrag", wie sie dem nationalen Konzept von Bund und Kantonen für Palliative Care entspricht, kommt seither gut voran.

Als Planungsgrundlage diente eine vom Verein Palliativ Zug in Absprache mit der Gesundheitsdirektion des Kantons Zug in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie (siehe Downloadliste unten). Die vom Departement Wirtschaft der Hochschule Luzern erarbeitete Studie vom Juni 2014 weist für die Region Zentralschweiz einen Bedarf von zehn bis zwölf Hospizbetten aus, die auf erwachsene Personen ab 18 Jahren ausgerichtet sein sollen. Mit der Realisierung eines Hospizes werde eine Lücke in der Palliative-Care-Versorgung für Menschen geschlossen, „die nicht (mehr) über ein eigenes tragfähiges Netzwerk verfügen, um den letzten Lebensabschnitt zuhause verbringen zu können". (Zitat aus dem Management Summary der Studie der Hochschule Luzern Wirtschaft, Prof. Bernhard Schwaller, Juni 2014)

Ein Grossteil der von der Projektorganisation definierten Aufgaben, allem voran der Aufbau und die Gründung der Stiftung sowie des Fördervereins Hospiz Zentralschweiz, sind in den ersten eineinhalb Jahren erfolgreich abgeschlossen worden. Daneben wurde an den politischen und versicherungstechnischen Grundlagen, Stichwort Gesuch um Anerkennung des Pflegeheimstatus, gearbeitet und erstes Personal rekrutiert, das seine Kompetenzen in die Erarbeitung der konzeptionellen Grundlagen mit einfliessen lässt. Die politische Vernetzung und die Berücksichtigung der bestehenden Versorgungsstrukturen in der Zentralschweiz, in der das Hospiz eine Lücke schliessen wird, spielte eine grosse Rolle bei der Entscheidung über den Standort.

Mit Gründung der Stiftung Hospiz Zentralschweiz am 8. Juli 2015 wurde der Verein Entwicklung Hospiz Zentralschweiz aufgelöst. Alle ehemaligen Mitglieder sind weiterhin im Projekt mit ihrer Kompetenz und ihrem Interesse engagiert. Die verbleibenden Aufgaben bis zur Aufnahme des Betriebs gingen an die neu bestellte Geschäftsleitung über: Hans Peter Stutz führt als Geschäftsleiter den Betrieb und Sibylle Jean-Petit-Matile als seine Stellvertreterin ist für die ärztliche Leitung zuständig. Alle bisher Mitwirkenden werden je nach zu lösender Aufgabe weiterhin mit einbezogen.

Nachdem man sich aufgrund der hohen Umbaukosten für das erste ausgewählte Gebäude an der Museggstrasse 14 von diesem leider wieder trennen musste, konnte im Oktober 2015 ein neuer Standort in Luzern/Littau gefunden werden. Das ehemalige Ärztehaus, das sich, eingebettet in ein Wohnquartier im Zentrum der Ortschaft und mit perfekter Anbindung an den öffentlichen Verkehr, wurde im November 2016 von der Stiftung Hospiz Zentralschweiz aus rein privaten Geldmitteln erworben. 

Seither steht die Finanzierung des Um- und Neubaus im Fokus der Arbeit. Erst wenn die Bausumme finanziert ist, werden entsprechende Aufträge vergeben. Mit dem Spatenstich soll dann auch endlich das von vielen Betroffenen mit Ungeduld erwartete Eröffnungsdatum bekannt gegeben werden.

Die Planungsarbeiten für Gebäudeerrichtung, -einrichtung wie auch den Aufbau des Teams laufen parallel in hoher Intensität weiter. 

Stand: Februar 2017                                                                                         

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